Die Gruppe um Philipp Neri wird 1575 bei der Kirche Santa Maria in Vallicella als Gemeinschaft des Oratoriums nach den Regeln des Kirchenrechts errichtet. Noch zu Philipps Lebzeiten entstehen weitere Gemeinschaften dieser Art, obwohl Philipp selbst das eigentlich nicht gewünscht hatte.
Am Ende des 17. Jahrhunderts kommt das Oratorium erstmals nach Deutschland. 1692 gründet Johann Georg Seidenbusch das erste Oratorium in Aufhausen bei Regensburg. Bald folgen ein zweites in Wien und ein drittes in München. Diesem ist ein Hospital angegliedert, in dem die Oratorianer Kranke betreuen. In der Zeit der Säkularisation gehen diese Oratorien jedoch wieder unter.
1930 wird nach über 100-jähriger Unterbrechung ein neues Oratorium in Leipzig gegründet. 1954 folgt die Wiedererrichtung in München, 1956 werden die Häuser in Frankfurt/Main und Aachen gegründet. Später folgen Dresden (1961) sowie Frankfurt/ Oder (1967 bis 1994), Heidelberg (1968), Celle (1992) und Ilsede (1998). Neben den errichteten Gemeinschaften des Oratoriums gibt es auch verschiedene Gruppen und einzelne Menschen, die sich an der Person und der Spiritualität Philipp Neris orientieren, z.B. die "Menschen im Geist des Oratoriums" und die Münchener Oratoriumsfreunde (mehr über diese Gruppen...). In Deutschland haben sich die Kongregationen zur "Deutschen Föderation des Oratoriums" zusammengeschlossen. Diese Föderation bietet Einzelpersonen oder Gruppen, die in der Spiritualität Philipp Neris leben, eine "assoziierte Mitgliedschaft" an.
Nähere Angaben zu den einzelnen Häusern in Deutschland
Weltweit sind die meisten Oratorien in Italien zu finden, zahlreiche auch in Lateinamerika, Spanien, Polen und Deutschland. Die Oratorien sind jeweils eigenständige Hausgemeinschaften, kirchenrechtlich direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Sie stehen weltweit in Verbindung und haben einen Generalprokurator an der Spitze.